52 Bewohner Amerika s. Die Indianer.
verzieren. Bei diesen Stämmen findet man viel selbstgemachtes irdenes Geschirr, als Töpfe, Schüsseln und Teller. Gekocht wird in Töpfen oder eisernen Kesseln, gebraten wird aber immer an einem Spieße von hartem Holze. Die Fische werden entweder gebraten oder auf Kohle» geröstet, bei manchen Stämmen aber auch als breiartige Suppen gekocht. Manche pflegen auch Fische zu räuchern. Obgleich man hin und wieder mit den Fingern essen sieht, findet man doch viele, zierlich gearbeitete, hölzerne Löffel.
Viele Weberarbeiten, als Hängematten, Nehe, Jagdtaschen und Tapeten werden von den Weibern gemacht. Die Bewohner des südlichen Landstriches sind in dieser Arbeit sehr geschickt.
Waffen.
Die Waffen der Indianer bestehen aus Pfeil und Bogen, Tamahikan oder Tamahawk (Streitaxt), Lanze, Speer, Keule oder Streitkolben, Skal- pirmeffer. Pfeil und Bogen macht man aus dem härtesten Holze. Die Pfeile sind drei bis sechs Fuß lang, haben sehr scharfe Spitzen, die zuweilen mit Widerhacken versehen sind. Die Tamahawks haben Ähnlichkeit mit dem Stockbeile, bestehen aus polirtem Stahl, bilden auf der einen Seite ein Beil, und auf der entgegengesetzten einen Hammer, und werden gebraucht, um die Feinde damit niederzuschlagen. Die Lanzen und Speere, welche ebenfalls sehr scharfe Spitzen baben, sind acht bis zehn Fuß lang. Sie werden besonders von den Reitern im westlichen Theile der vereinigten Staaten und im nördlichen Theile von Mejiko gebraucht. Die Streitkolben oder Keulen sind zwei und einen halben Fuß lang, und bestehen aus einer Kugel, oder Kolbe, mit einem Stiele, welche bei den nördlichen Indianern, die mit den Europäern in Verbindung stehen, mit scharfen Eisenstücken oder Nageln versehen sind. Die Indianer der südlichsten Theile bedienten sich dieser Kolben in früheren Zeiten als ihrer vorzüglichsten Waffe, und verzierten sie auf mancherlei Weise. I» die Keulen sind in der Regel die Zeichen des Stammes eingegraben. Schilde von hartem Büffelleder sind bei mehren westlichen Stämmen im Gebrauche. Doch bedient man sich ihrer jetzt weniger, als früher, da es für schimpflich gehalten wird, den Körper im Kriege zu bedecken.
Kleidung.
Vor drei Jahrhunderten waren die Bewohner des nördlichen Theiles meistens in Thierfelle und Federn gekleidet, während die Bewohner der südlicheren, warmen und heißen Landstriche sich in baumwollene Zeuge und

