Bewohner Amerika's. Die Payagua's. 121

vom andern Stamme unterscheiden kann. Im Allgemeinen sind die Glie­der bei den Indianern nicht so stark, aber mehr gerundet, als bei den Weißen. Bei allen findet man Unempfindlicl'keit, träge Gleichgültigkeit und ein finsteres Wesen, so wie Mißtrauen. Selten findet man, daß ein Indianer einem in's Gesicht sieht, wenn man mit ihm spricht.

Die Payagua's.

Die Payagua's haben verschiedene Namen. Ihre bedeutendsten Stamme heißen Takumbus und Kadiges, die Erstgenannten haben sich seit mo mit den Übrigen vermischt und wohnen von Cvrriendes bis Affuncion. Die Letzter» wohnen von Affuncion bis Villa Real, beide am linken User des Stromes, und auf den Inseln, welche der Rio Paraguay bildet. Ihre Wohnungen find aus einigen Pfählen, die zuweilen mit Leder, gewöhnlich aber mit Matten bedeckt sind, gemacht. Das Flechten dieser Matten besorge» die Weiber, die außerdem noch Säcke und Netze flechten, die sie aber nicht zum Fischfänge, sondern zur Bekleidung gebrauchen. Auch machen die Weiber Näpfe, von verschiedener Form, aus Thonerde, und bemalen die­selben mit der nämlichen Farbe, derer sie sich bedienen, um sich zu tät- tuiren. Ihre äußerst leichten Kähne machen die Männer aus ausgehöhlten Baumstämmen. Diese Fahrzeuge verstehen sie mit ungemeiner Gewandt­heit zu regieren.

Ackerbau treiben sie nicht, sondern sie nähren steh einzig vom Fisch­fänge und von den Handarbeiten, welche sie für die Kreolen verrichten. Was sie an einem Tage an Geld verdienen, das vertrinken sie am andern Tage. Zuweilen bedienen sie sich beim Fischfänge der Angel, meist aber fahren ihrer zwei in einem Kahne an eine Stelle, wo das Wasser langsam fließt. Der eine rudert, der andere steht im Vordertheile des Kahnes, und erlegt von da aus die Fische mit einer Lanze, oder mit einem Wurfspieße, oder mit Pfeilen. Hiermit wissen sie sehr gut umzugehen. Ist ihr Kahn nicht beladen, so fahren sie mit vorwärts gerichtetem Hintertheile, weil dies leichter geht.

Ihre Körper halten sie reinlich, weil sich beide Geschlechter sehr oft baden. Ist ihre Wohnung und der Platz um dieselben schmutzig, so rei­nigen sie dieselbe nicht, sondern ziehen weiter, um sich eine andere Hütte aufzuschlagen. Der Payagua nimmt dann seine Familie und seine Habe in seinen Kahn, und läßt die Hunde, deieu er immer einige hat, neben»