Bewohner Europa'ö. Bewohner Portugals. 220
Beerdigung öffnet man den Sarg und stellt den Todten mit unbedecktem Gesichte im Tvdtenhemde zur Schau. Von Zeit zu Zeit beerdigt man noch einzelne in den Kirchen. Man begräbt die Todten nicht mit dem Sarge, sondern legt sie, ohne denselben, in die Gruft. Wenn Kinder unter sieben Jahren sterben, steht man dies als eine Gunst des Himmels an, und trauert nicht darum, sondern feiert ein Familienfest, das man jährlich an demselben Tage wiederholt.
Sprache.
Portugals Sprache ist mit Wörtern aus verschiedenen andern Sprachen vermischt, und dem Kastilischen verwandter, als dem Katalvnische». Sie hat viele zischende Töne.
Nahrungsmittel.
Die Bewohner Portugals sind sehr mäßig, und essen größtentheilö Fleisch und Fische. Tagelöhner, Arme und Soldaten essen fast täglich nur Brod mit Sardellen, und selbst die Bettler reiben ihren Kindern das Brot mit Sardellen ein. Geröstete Kastanien, Feigenbohnen und Baumfrüchte werden auch häufig gegessen. Wildbrät und Geflügel ist selten, das Fleisch theuer und schlecht. Obgleich fast nur Waizenbrot gegessen wird, ist dasselbe doch nicht schmackhaft. Butter ist selten, und wird meist aus Großbritannien eingeführt. Je öliger und ranziger sie im Sommer ist, um so lieber hat man sie- In der Gegend von Lissabon macht man auf dem Lande keine Butter, sondern verkauft die Milch in der Stadt so, daß man die Kühe in diesc-lbe treibt, und in Gegenwart des Kaufenden melkt, wodurch dieser zugleich sicher ist, reine frische Milch zu erhalten. Nur die höheren Klassen bereiten die Speisen mit feinem reinen Öle; die niedern Klaffen verachten dasselbe, verlangen starkes und' ranziges, das ordentlich prickelt.
Obgleich in Portugal Wein im Überflüsse wächst, trinken die Portugiesen doch wenig davon, und ziehen kühlende Getränke vor. Besonders trinken fie bei großer Hitze viel frisches kaltes Wasser, das man, wie in Spanien, in Bucaros aufbewahrt. Gefrorenes lieben sie gleichfalls. DaS Frühstück der höheren Klassen besteht außer Thee und Kaffee aus mehren nahrhaften Gerichten verschiedener Art. Warmes Rindfleisch, Schinken und Würste, gebratene Fische, Ziegenkäse und Kuchen aus Waizenmehl, die mit Honig und Öl gebacken sind, gehören zum Morgenessen. Auch hier wird, wie in Spanien, Alles stark mit Knoblauch gewürzt. In manchen Häusern der Vornehmen bringt man heißgesäuerte Brodschnitte in Essig

