Bewohner Europa's. Bewohner der Insel Sardinien. 245

Sakku nur die Schultern, den Nacken, den obern Theil des Rückens und den vorder» Theil des Körpers, bis auf die Mitte der Beine. 2» diesem Falle befestigt man ihn über der Brust.

Diese Bekleidung wird gewöhnlich aus zwei schwarzen Stücken Fürest gemacht, die man der Länge nach an einander näht, und es ist dieselbe bei Reisen zu Pferd sehr bequem, wenn sie etwas weit ist; weil sie dann den Hintern Theil des Körpers, bis unten auf den Rücken herab, bedeckt, und vorn zugleich die Beine schützt. Diesen Mantel braucht man nur im Winter und bei Regenwettcr; er ist aber dann um so nützlicher, weil er wenig Platz einnimmt, und auf der Reise zum Bette dienen kann, in das man sich einhüllt, und mitten auf dem Felde niederlegt.

Es gibt sehr schöne, aus feinem Zeuge gemachte Sakku's, welche am Rande mit Fransen umgeben, und an den vier Ecken mit farbigen Eicheln verziert sind. Der Werth dieser Mantel richtet sich dann nach dem Ver­mögen der Besitzer.

Der sardische Sakku wird gewöhnlich von der untersten Volksklaffe im südlichen Theil der Insel getragen, und ist im nördlichen Theile, in welchem doch die Hirten sehr zahlreich sind, wenig bekannt.

Es gibt in Sardinien drei Überröcke mit Kapuhen, die man nicht mit einander verwechseln muß; zwei davon scheinen Überbleibsel aus der alten Römerzeit zu sein, während der dritte ein neugriechisches Kleidungs­stück ist.

Der Cabanu ist ein langer Überrock mit einer Kaputze, welcher bis auf die Knöchel herabreicht. Er ist besonders in der Provinz Iglesias, und fast im ganzen nördlichen Theile der Insel im Gebrauche. Er ist stets von schwarzer Farbe, nicht gefuttert, und nicht mit Zeug von anderer Farbe eingefaßt. Die Ärmel sind ziemlich weit, und an den Seiten sind Schlitze, durch welche man die Hände stecken kann.

Die Bewohner des nördlichen Theiles der Insel, welche keine Pelze und selten den Cvlettu tragen, haben gewöhnlich unter dem Cabanu ein kür­zeres Kleid, das nicht ganz bis an die Kniee reicht, von schwarzer Farbe, und mit einer Kaputze versehen ist, und Cabanella genannt wird. Die dritte Art von Überrock mit Kaputze ist die, welche man hier zu Lande Capottu 8erenie» (was heißen soll: Kaputze von Salonichi) nennt, und welche zwischen den beiden vorhergehenden Arten in der Mitte steht, obgleich sie sich beträchtlich davon unterscheiden.

Dieses Kleidungsstück ist nicht wie die andern aus schwarzem Fürest, sondern aus einem schokoladefarbigen groben Tuche gemacht, das man aus