Bewohner Europa s. Bewohner der Insel Sardtnien. 247
Diese Art Hosen sind fast immer aus schwarzem Fürest gemacht, und nur die Gärtner aus der Umgegend von Cagliari haben Statt der schwarzen Farbe die Farbe von abgestorbenen Blättern angenommen. Die sardischen Ragas weichen nur durch verschiedene Länge und Weite von einander ab.
Die linnenen Unterhosen stnd ein wesentliches Stück der sardinischen Männerkleidung, wie man es in Ungarn und Dalmatien ähnlich trifft.
In einigen Gegenden der Insel trägt man die Unterhosen in den Strümpfen und Halbstiefeln, in andern, z. B. im südlichen Sardinien trägt man sie unten offen, wie die Hosen. Die Fischer bei Cagliari und einige Seeleute dieser Gegenden sind unter den Sardiniern die einzigen, welche weite Hosen gewöhnlich von rothbrauner Farbe tragen. Die sardischen Bauern tragen an ihren Beinen Borzeghinos oder Carzas, eine Art Ka> Maschen, welche durch Form und Stoff sich mehr oder weniger denen nähern, die auf dem Festlande getragen werden.
Gewöhnlich trägt man diese Carzas an den bloßen Beinen, und läßt die leinenen Unterhosen darüber flattern.
Die Schuhe der Sarden haben nichts Besonderes. Handwerker und reiche Bauern tragen sie zuweilen mit so großen silbernen Schnallen, daß dieselben an der rechten und linken Seite des Fußes das Pflaster berühren.
Im Sommer tragen die Bewohner des südlichen Sardiniens über ihrer Mühe einen Hut von Wachsleinewand, von Leder oder Filz; ihr Hut ist niedrig und hat sehr breite Krämpen. Bei den Bergbewohnern ist er nicht im Gebrauche: denn diese haben eine kegelförmige Kopfbedeckung, welche der kalabrischen ähnlich ist.
In mehren Gegenden der Insel, besonders in den Umgebungen von Cagliari und Zglesias, tragen die Männer Frauen - Taschentücher über dem Kopfe, und binden dieselben unter dem Halse zusammen. Dadurch geräth man oft in Versuchung, in der Nähe arbeitende Landlente für Frauenzimmer zu halten. Über dieses Taschentuch zieht man in manchen Gegenden ein spanisches Netz, das bei den Männern gewöhnlich von schwarzer Farbe, und bei den Frauenzimmern karminrot!) ist. Einige Landleute bei Samassi thun ihre Haare in einen leinenen Beutel, über den sie eine Tuchmütze setzen. Dieser Gebrauch verliert sich aber, und man bemerkt ihn nur noch bei alten Leuten.
Halsbinden tragen die sardischen Bauern nie; der Hemdkragen wird gewöhnlich mit zwei dicken, silbernen oder goldenen Knöpfen zugemacht, oder mit langen, rothen oder schwarzen Bänderu zugebunden. Sie halten

