330 Bewohner Europa's. Die Mvrlacken.

gesundes Gemüse. Gebratenes Fleisch essen sie außerordentlich gern. so wie nächstdem Knoblauch und Zwiebeln, wodurch sie einen so starken Geruch verbreiten, daß ein Entgegenkoinmender immer schon auf einige Schritte zu riechen ist. Einen großen Theil Knoblauch und Zwiebeln führt man aus Italien ein, da man im Lande noch nicht daran denkt, diese Gegen­stände, welche in so großer Menge verbraucht werden, selbst zu bauen, und dadurch viel Geld, welches jetzt außer Landes geht, zu behalten.

Wohnungen, Hausgeräthe, Kleider und Waffen.

In der Nähe des Meeres gibt es ordentliche Städte und Ortschaften, und gut gebaute Häuser, in den inneren Theilen des Landes aber bestehen die Wohnungen nur aus Hütten, welche mit Stroh oder Schindeln (hier Zinible genannt) gedeckt sind. Menschen und Vieh wohnen in der nämli­chen Hütte, welche durch eine Wand, die aus Ruthen geflochten, und mit Gaffenkoth oder Kuhmist überschmiert ist, in zwei Theile getheilt wird, so daß das Vieh den einen Theil inne hat, und die Menschen den andern Theil bewohnen. Wo es nicht an Steinen fehlt, macht man Mauern, so daß man die Steine blos auf einander legt, und weder durch Lehm, noch durch Kalk oder Mörtel mit einander verbindet. Da, wo keine Steine sind, macht man auch den äußern Theil des Gebäudes aus Flechtwerk- Hat das Haus eines Mvrlacken ein Dach von Schiefer oder Ziegeln, und eine Bühne, so bildet das Balkenwerk oben den Aufbewahrungsort für die Kleider der Familie. Auch in solchen vornehmen Häusern schlafen die Frauenzimmer noch auf der Erde.

In der Mitte einer solchen Hütte ist der Herd, von welchem der Ranch sich durch die Thür einen Ausweg suchen muß, weil gewöhnlich keine andere Öffnung für ihn da ist. Das Innere dieser Wohnungen sieht ganz schwarz und rußig aus, und mit Ausnahme der Milch räuchelt Alles in derselben; selbst die Bewohner und ihre Kleider nehmen diesen Geruch an. Im Win­ter liegt die ganze Familie in der Nacht um den Herd herum, und es schläft ein jeder auf der Stelle ein, auf welcher er während des Essens saß. In manchen Häusern trifft man auch Bänke.

Um in der Dunkelheit die Wohnungen zu erhellen, brennt man kleine Stücken Kien, oder fette Tanncnspähne, oder auch Lampen. In den Lam­pen ist aber kein Öl, sondern man bedient sich, an Statt desselben, der Butter.

Das Hausgeräthe ist sehr einfach, und beschränkt sich auf das Aller- nöthigste. An Statt der Matratzen oder Betten haben die wohlhabenden