auch darauf, jene vortrefflich zu bereiten, und es sind dieselben, ihrer Güte wegen, sogar Ausfuhrartikel in weit entfernte Länder geworden. DerMa- raskin von Zara wird aus einer besondern Kirschenart gewonnen, welche an Ort und Stelle Marask heißt. Die Maraskbäume wachsen in der Nähe des Marktfleckens Vodizza in sehr großer Menge, und ihre Früchte werden benutzt, um das genannte Getränk zu bereiten, woher der Name.

318 Bewohner Eurvpa's. Die Dalmazier.

und sogenannten Opanken im Gebrauche, welch' letztere eine Art Sohle von roher Ochsenhaut bilden, die mit vielen Schafdärmen (Oputi) am Fuße festgebunden wird. Mit dieser Bekleidung geht man auf den schlüpfrigen Steinen sehr gut, glitscht nicht aus, der Fuß ist geschützt, und die Be- schuhung ist sehr wohlfeil. Nur bei Regenwetter undKoth auf den Straßen taugen die Opanken nicht, weil das ungegärbte Leder sehr weich wird.

Die Dalmazier fassen nicht nur schnell auf, sondern behalten auch gut. An Gaben des Geistes fehlt es diesen Menschen nicht, wohl aber an Gelegenheit, dieselben nach Wunsch auszubilden. Als Bewohner des Sü­dens haben diese Menschen eine heftigere Gemüthsart, sind zum Zorne geneigter, und wie alle Bewohner des Südens, voll leichteren Sinnes, sind sie mit dem, was der Himmel ihnen gewährt, zufrieden, und kümmern sich um Gegenwart mehr, als um Zukunft. Sind dem Dalmazier auch die Mittel gegeben, sich ein besseres Schicksal zu bereiten, gelüstet's ihn doch nicht, dieselben zu diesem Zwecke anzuwenden. Liefert die Ärnte reichlich, so geht es hoch her, und er lebt im Überflüsse, unbesorgt darum, ob er in wenigen Tagen das gebrauche, woran er viele Tage haben könnte. Bei den Küsten- bewohnern findet man in Sitten und Gebräuchen, so wie auch im Karakter, viele Ähnlichkeit mit den Bewohnern der alten Herrlichkeit Venedigs, weil die Herren den Untergebenen zu Vorbildern gedient haben.

An Kirchen und Klöstern hat das Land keinen Mangel, und somit fehlt es auch an Religionsfesten, welche mit vielem Gepränge gefeiert wer­den, nicht. Obgleich viele Erzbislhümer aufgehoben worden sind, besitzt das Erzbisthum Zara bei 39.000 Einwohnern doch noch 97 Pfarreien. Im Bisthume Spalato kommen auf 96,ooo Seelen iso Pfarreien, und in an­deren Bisthümern ist es ähnlich.

Da die Zllirier, wie es gewöhnlich bei Küstenbewvhnern der Fall zu sein pflegt, große Neigung zu starken Getränken haben, verstehen sie sich