nur bat sogenannte Kristkindelspiel, auch Hirten spiel genannt, und das Brechelnspiel. Eine Gesellschaft von Bauern durchzieht vomKrist- tage bis zur Erscheinung Kristi in Gesellschaft eines Bauernmägdchens, welches die Jungfrau Maria vorstellt, verschiedene Gegenden, und führt in den Häusern, in welchen es begehrt wird, das Geschichtliche von Kristi Geburt so komisch entstellt auf, daß der unterrichtete Zuschauer eine solche Darstellung nur mit Bedauern betrachten kann. Ein mit Papier umhäng- ter junger Mensch kommt als Engel Gabriel, und kündigt der Maria die Empfängniß und Geburt eines Kindes an. Nach kurzer Zeit genes't die darstellende Maria, welche auf einem Fußschämel sitzt, unter Josef's Beistand, eines Kindes. Die Bauern, welche Hirten und Magier vorstellen, verehren das Kind, nennen es Gott und Herrn (vergl. Sartori's neueste Reise durch Österreich ob und unter der Ens, Salzburg, Berchtesgaden und Steiermark, Wien i 8 ii. Band if. S. 330 u. ff.) und bringen ihm Geschenke. Der Engel Gabriel warnt Josef vor dem Kindermorde zu 'Bethlehem, und räth zur Flucht nach Ägipten. Sobald beide entflohen sind, stürmen die Henkersknechte und Soldaten zur Thüre herein, haben an ihren langen Messern hölzerne Kinderstccken, welche sie unter Lärmen und Toben in die Höhe halten. Das ganze Stück wird in erbärmlichen Knittelversen hergeleiert, wie Sartori versichert, der es selbst spielen sah, und hinzufügt: „Kann wohl die Religion tiefer herabgewürdigt werden, als wenn sie zur Abstumpfung der Muttergefühle und zur Zerstörung der heiligen Scham gemißbraucht wird?"
Das Brechelnspiel ist nicht minder abgeschmackt. Wenn das Reinigen des Flachses, was jedes Jahr im Oktober, gewöhnlich durch Mägd- chenhände geschieht, beendigt ist, versammeln sich die jungen Bursche am Abende vor dem Hause, wo die Mägdchen arbeiten, und es wird um die Wette gekämpft, wer die größten Zoten hervorbringen, und sein Mägdchen am schlüpfrigsten zu beschreiben vermag. Wer gewinnt, wird als Sieger belacht und beklatscht. Darauf begehrt man die sogenannte Brechelbraut, an Statt deren ein altes runzliges Mütterchen aus der Thüre hervorge- schvben wird, das die Bursche dann verhöhnen. Diesem Spiele kann man nur versteckt zuhören: wer entdeckt würde, dürfte sich auf einen Steinregen gefaßt machen.
Freie Schießstätten gibt es in Kärnthen eine Menge, und auf den Hauptscheiben sind gewöhnlich männliche und weibliche Figuren abgebildet, welche den Bestgeber und seine Freunde, oder auch eine Anekdote, z. B.
Bewohner Europas. Die Gailthaler oder Silauzi. ssüst im Gegentheile tragen sie dazu bei, dieselben zu untergraben. Man nehme
oder auch eine Anekdote, z. B

