man z. B. sich in Westgothland im Hause trauen zu lassen. Natürlich bezieht das hier Gesagte sich nur auf die unteren Vvlksklassen; denn unter den höheren Ständen findet wenige Abweichung von uns Statt.

Bei Leichenbegängnissen, besonders wenn erwachsene Personen gestorben sind, findet am Mittage oder am Abende ein Begräbnisischmaus Statt, welcher in einigen Strichen auf zwei Tage ausgedehnt wird.

Den Sonntag heiligen die Skandinavier sehr, und versäumen die Kir­chen selten. In Dörfern, welche von Kirchen weit entfernt sind, versam­meln sich die, welche nicht in die Kirche gehen, zu gemeinschaftlichen Bet­stunden, und es liest einer aus der Postille oder der Bibel etwas vor. So sind in Schweden die Morgen- und Abendsegen in den Familien üblich.

Feste.

Das Weihnachtsfest wird in Schweden vom 24sten bis 26 sten Dezember, in einigen Gegenden sogar bis zum isten Januar begangen. Am 24 sten Dezember fängt schon die Bewirthung an, und alles, was das Haus ver­mag, was man lange zusammengespart hat, wird aufgetischt. Stockfisch

Bewohner Europa'S. Bewohner Skandinaviens. 475

verbindet, und die gegenwärtigen Mägdchen dieselbe umtanzen. Die Braut seht der, welche zunächst Braut werden soll, die Krone auf; diese wirb dann wieder umtanzt, und so geht das oft lange fort. Am Tage darauf bewirthen die jungen Ehegatten die Hochzeitsgäste mit Kaffee, Branntwein u. s. w. Dann ist die junge Hausfrau schon mit der Haube bekleidet, und es wird gefrühstückt, getanzt, und oft die ganze Woche so durchgemacht. Am Sonn­tage nach der Trauung begibt sich das junge Ehepaar in schwarzer Klei­dung, und von den tzochzeitsgästen begleitet, in die Kirche, und veranstaltet nachher durch einen Schmaus eine Nachhochzeit.

Ärmere Leute machen natürlich keinen so großen Aufwand, als die reichen, und es dauert bei ihnen die Hochzeitfeier auch nicht so lange. In einzelnen Gegenden, z. B. in Dalekarlie», finden von der hier angegebenen Weise manche mehr oder minder beträchtliche Abweichungen Statt: so pflegt

mit Butter (Lntfisk), süße Weihnachtgrütze (Julgröt) sind Haupt- Weihnachtsgerichte, welche durchaus nicht fehlen dürfen. Das große Weih­nachtlicht darf die ganze Nacht nicht auslöschen, und am 24sten, 25sten und 26 sten Dezember, an welchen Tagen der Weihnachttisch mit den Festspeisen gedeckt ist, ist ein jeder, ob Fremder oder Einheimischer, als Gast will­kommen. Am 2 ?sten Dezember deckt man ab, und ißt bis zum sisten wie gewöhnlich. Den 3>sten Dezember und den 5ten Januar sieht man als heiligen Abend an, und feiert ihn still zu Hause. Man zündet die Lichter