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EmilS Fehler.
Obwohl unser kleiner Freund — denn der ist er uns hoffentlich schon geworden? — sich gerne wohlthätig von seinem Spargelde bewies, auch sein Herz leicht vom Mitleiden erregt und er dadurch zu thätiger Hilfe bewogen wurde, so geschah es doch— und leider! nur allzu oft — daß eine gewiße Bequemlichkeit und kindische Flüchtigkeit ihn hinderte, diese thätige Hilfe so schnell oder in dem Maße dem Bedürftigen zukommen zu lassen, als es nothwendig war. Wenn er z. B. mit seinen kleinen Gespielen zu einer Unterhaltung eilte, nahm er sich nicht Zeit (war er auch mit Taschengeld versehen), dem ihm begegnenden Armen irgend eine Gabe zu reichen; wenn er im Winter in sein Mäntelchen gehüllt, in die Schule ging, war es ihm zu unbequem, sich erst der vielen Hüllen zu entledigen, um zur Tasche zu gelangen ; wenn er oft Zeuge eines kleinen Unfalls war, den ein thcilnebmendes Handanlegen oder doch der geäußerte Wunsch darnach, mildern konnte, besann er sich mcistens so lange, daß der Augenblick, wo sein Antheil nützlich gewesen wäre, vorbey war— und dieß Alles nicht aus einer kalten Gefühllosigkeit oder rauhen Un- gefälligkcit, sondern bloß aus Bcquemlichkeitsliebe, die bereits in gefährlichem Grade bey Emil einzuwurzeln drohte.
Lehren der Mutter.
Besonders angelegen ließ es sich Frau von Gol- degg seyn, jedesmahl, wenn sie Zeuge einer solchen Uebcreilung war, ihrem kleinen Sohne Vorstellungen zu machen, oder auch sonst von Zeit zu Zeit auf jenen Fehler hinzudeuten. »-Glaube mir, liebes Kind,« sagte

