spielen wollen, hättest du früher kommen müssen: heute ist sie nicht zu sprechen!« Linchen glaubte in diesen Worten einen Vorwurf zu vernehmen, und sagte: »Liebe Frau Magdalena, ich wäre gerne früher gekommen, aber ich war krank!« — »Krank warst du?« cnt- gegnete jene, »dasselbe ist mit dem Fräulein der Fall! Sie muß das Bett hüthen, und wir befürchten, daß sie die Masern bekomme.« »Um Himmels Willen,« rief Linchen erschrocken aus, »Eugenie ist krank! wenn sie nur nicht stirbt!« Und schnell eilte sie in die Zimmer der Frau von Stamming, und beschwor sie in den rührendsten Worten, ihr doch zu erlauben, zu Eugenien gehn, sie sprechen und warten zu dürfen, und bath, ibr doch diese Gnade nicbr abzuschlagen.
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von Stamming auch ferner erhalten werde, und Linchen folgte diesen Lehren gern und willig.
Zu Folge der Erlaubniß von Eugenienö Mutter durfte Linchen endlich jeden Tages in den Abendstunden ihre Freundinn besuchen, was sie auch niemahls unterließ, bis sie einmahl von Mutter Treu hold, die über ein kleines Unwohlseyn L inchens besorgt war, zurückgehalten, für zwey Tage den gewohnten Abendbesuch unterlassen mußte. Als sie am dritten Abende, wo sie sich wieder ganz gesund fühlte, zur gewohnten Stunde zu Eugenien gehen wollte, fand sie niemanden im Vorsaale, der sie (wie es eingeführt war) angemeldet hätte, und überhaupt herrschte eine Stille in der Wohnung, die Linchen nicht wenig beunruhigte. Endlich sah sie die alte Kammerfrau Magdalena sehr aufgeregt durch die Zimmer eilen, und diese erwiederte auf ihre Bitte, sie zu Fräulein Eugenie zu führen: »Fräulein Eugenie? ey, wenn du mit ihr hättest

