zu versichern, künftig fleißiger zu seyn, verlor er diese Gelegenheit, sich dessen Verzeihung zu sichern, und war endlich noch so unfreundlich, seines Bruders Anerbiethen «»erwiedert und ihn allein zu lassen. Nur wenn man seinen Fehler einsieht, sich bestrebt, ihn zu verbessern, ist man der Verzeihung würdig und beweist seinen Wunsch,
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Reckt habe, und entfernte sich mit betrübter und schmollender Miene. Ernst eilte ihm nach, umarmte ihn zärtlich und sprach: »Kränke dich nicht, lieber Bruder, der Vater wird dir nicht ernstlich böse seyn. Morgen helfe ich dir, dein Beet zu reinigen; ich werde aus dem mei- nigen Nelken und andere Blumen, die dir gefallen, hinein pflanzen, und in Kurzem genießc du dann die Freude, so schöne Blumen zu haben als ich.«
Philipp war eben nickt bösartig und liebte seinen Bruder sehr, aber wie ein Fehler immer einen andern nack sich zu ziehen pflegt, konnte ihn in diesem Augen, blicke nichts zufrieden stellen, da er selber mit sich unzufrieden war. Statt seinem Bruder sich für dessen Liebe erkenntlich zu zeigen, drehte er ihm schweigend den Rücken zu und ging in s Haus. So strafte er eigentlich sich selber. Seine Faulheit hatte Beschämung zur Folge, die er lebhaft fühlte; er entzog sich dem herzlichen Troste seines Bruders, und diese Undankbarkeit, die er wohl fühlte, vermehrte noch seinen Kummer.
Indessen vereinte sich die Gesellschaft wieder im Hause; jeder war vergnügt und heiter zurückgekommen, nur Philipp war verdrießlich, sprach kein Wort, lächelte kein einziges Mahl, und sein Acrger hielt ihn die ganze Nacht wach. — So wurde Fleiß eine Quelle des Vergnügens für Ernst, und Trägheit machte Philipp nur Sckmerzcn. Er hatte Unrecht, sein Gärtchen zu vernackläßigen; statt dieß einzusehen und seinen Vater

