wußte sich nicht zu helfen, denn ohne Geld getraute sie sich in keine Apotheke, und ihre Nachbarinn hatte selbst nur wenige Kreuzer. Da fiel ihr ein, daß die Stunde nahe, wo sie zu Cecilien bestellt sey; sie beschwor Frau Mayer, (so hieß die Nachbarinn) indessen bey dem Kleinen zu wachen, und auf deren Frage, was sie der Putzarbeiterinn antworten soll, die schon zwey Mahl um den Spitzenmantel geschickt habe, bath sie solche auf morgen zu vertrösten, da sie gerne die Nacht durch arbeiten werde, wenn August besser sey.
Bey Frau v. Kolbert erfuhr sie, niemand wäre dabeim, und man erwarte vor Abends auch keine Zu- rückkebr. Ein »Gütiger Himmel« war das Einzige, was die arme Stickerinn bervorbringen konnte, und sie verließ das Haus ohne zu wissen, wohin sie geben solle, — denn heimzukehren, ohne ihrem Aug ust Hilfe zu bringen, vermochte sie nicht. Sie durcheilte mehrere Straßen, mit der Bornahme, die nächst beste reiche Dame, welche ihr mit einem Kinde begegnete, anzureden, und ihr zu sagen: »Auch ich bin Mutter, helfen Sie mir, daß ich meinen kranken Knaben retten kann,« aber wenn sie wirklich eine solche sah, fehlte ihr der Muth, und sie fühlte sich dann doppelt unglücklich.
Endlich, an einer Straßenecke begegnete ihr jener Studierende am Arme zweyer Collegienfrcunde, und ihr erstickter Schrey, »Herr Schmidt« veranlaßte die Frage : »Sind Sie es, Frau H a l l e r? was macht A u g u st.« »O es geht ibn. sehr schlecht!« schluchzte diese. »Das begreife ich kaum« sagte Herr S ch m i d t, »sollte denn dasWech-
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Leider half aber dieser nichts, sondern schien die Krankheit zu vermehren, und August wurde immer übler. Frau Weber war der Verzweiflung nahe und

