»Nein, Herr Schmidt!«

»Wie, Unglückliche?! Da hilft dann kein Schluch­zen und Zittern, sondern schnell in die Apotheke, und die vorgeschriebene Gabe verdoppelt, sonst ist Euer Kind verloren,« dann wandte er sich an seine Freunde mit den Worten: »So sind diese Mütter, mit ihrer blinden Liebe bringen sie oft ihre Kinder um, statt ihnen zu helfen.«

Frau Weber hörte fast nichts mebr von diesem unverdienten Vorwürfe; sie flog in die nächste Apotheke, das Recept vorzeigend, und die doppelte Gabe begeh­rend, die ihr der pblegmatische Lehrling für ihr von Angst und Unruhe geplagtes Herz viel zu langsam be­reitete. Endlich war er fertig, und begehrte einen Gulden.

Wie ein Blitzstrahl traf dieß Begehren die Unglück­liche, welche bisher auf ihren Geldmangel ganz verges­sen hatte.

»Nun, auf was warten Sie?« frug der Lehrling, und Frau Weber stammelte: »Ich habe kein Geld.« »Za,« meinte jener, »wenn sie Arzneyen umsonst haben wollen, müssen Sie eine Anweisung des Armcndirektors oder ein Zettel vom Armen-Arzte haben.«

»Von dem Allen weiß ich nichts; ich bin eine Sticke­rinn, welche 3 fl. für Arbeit zu fordern hat, und man hieß mich wiederkommen, indessen mein Kind stirbt!«

) Chinin. Extrakt der für das Fieher früher gebrauchten sogenannten China- oder Fieberrindc; gegenwärtig als ei­nes der vorzüglichsten Mittel für derlcy Krankheiten von vie­len Aerzten verwendet.

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selfiebcr so bösartig geworden seyn? Ihr habt ihm ja doch das Chinin *) gegeben, das ich verschrieb?«