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Den ganzen Tag ließ die Alte sie nicht von sich. Früh des Morgens, wenn die Prinzessin noch gern schlafen mochte, trieb diese sie mit Schelten aus dein Bettchcn. Sie mußte sich dann selbst anziehen, und wenn es nicht schnell genug ging, was wohl vorkam, da sie ja nicht gewohnt war, sich selbst zu bedienen, dann ergriff sie die immer bereitliegcnde Ruthe, und die armen, kleinen Hände wurden unbarmherzig gepeitscht.
Sobald sie darauf unter vielen Thränen ihr geringes Frühstück verzehrt hatte, niußte sie sich sogleich an eine Arbeit begeben, die gewöhnlich in einer groben, harten Stickerei oder Näthcrci bestand, welche die schwachen Fingcrchen kaum halten konnten. Ganz still mußte sie dabei auf einem Stühlchcn bei der bösen Frau Sabine sitzen, und wenn sie auch nur einmal aufschaute, hinaus in die schöne, warme Somnierluft, und die Hände dabei traurig in den Schooß sanken, war gleich die böse Ruthe da.
Hatte Rosamunde nicht die ihr aufgegebene Zahl vollendet, so erhielt sie statt des gewöhnlichen, schon kärgliche» Mittagseffens, nur ei» Stückchen Brot.
Täglich kam der König, und wenn er sah und hörte, wie das Prinzeßche» so gequält wurde, lobte er

