2.3

chen, weil es ihre Feindschaft fürchtet. Das aber sollte es nicht thun, denn man muß Sünde und verbrechen meiden, wenn man sich auch den Haß aller Bösen zuzieht, weil man dadurch die Liebe aller Guten verliert.

Nur ihrem Hasse, sonst keiner andern Vor­stellung, gaben die Brüder Gehör und der gebot ihnen das Schlimmste. War es nicht ein großes Vergehen, daß sie den Joseph strafen wollten, da sie nicht über ihn gesetzt waren und kein Recht da­zu hatten? ihre Beschwerde gegen ihn mußten sie bei dem Vater anbringen. Die Sünde, die sie an dem Joseph begehen wollten, war größer, da er ihr Bruder war. Gesetzt auch, der Vater hat­te unrecht, daß er den Joseph mehr liebte, als sie, und ihn ihnen vorzog, durften sie, die Kinder, den Vater deshalb in Gram und Kummer stür­zen? durch eine harte Beleidigung, die sie dem Joseph zufügten, gaben sie ja dem Vater noch mehr Ursache, ihnen abgeneigt zu werden. Seht, wie blind und unbedachtsam ein Mensch wird, der einen bösen Vorsatz über sich herrschen läßt, und Arges, was ihn zu einer schlechten That treibt, nicht unterdrückt.