Bruder, hob Judas an, wozu kann eS uns dienen, daß wir an Josephs Tode schuld sind? er ist ja doch unser Bruder! wir muffen es verheim­lichen, daß wir ihn umbrachten. Mit seinem Blute wollen wir unsere Hände nicht besudeln. Was meint ihr, wenn wir ihn um ein Stück Geld an diese Jsmaeliter verkauften, die ihn, als ihren Sclaven, mit nach Aegyptcn nehmen? so haben wir ihn aus unserer Nahe verbannt und er kann unser Verräther bei dem Vater nicht mehr seyn.

Die Rache, die nach dem Blute des Bru ders durstete, hatte sich in den Brudern gelegt. Da es ihnen jetzt besonders darum zu thun war, der lästigen Aufsicht Josephs überhoben zu seyn, sagten sie einstimmig: wohlan, wir verkaufen ihn!

Joseph, in tiefen Schmerz versunken, lag in der Grube und hoffte auf seine Erlösung. Er hört Kommende, die sich ihm nahen, ihre Fuß­tritte werden ihm vernehmlicher; er reißt sich rasch vom Boden empor; er lauscht und horcht, es ist kein Betrug der Sinne; der Stein wird von der Grube genommen; er hört sprechen und