53
ihn um seiner Frömmigkeit willen, mit zeitlichen Gütern gesegnet hat. Wenn du so gut und folgsam warst, wie du es gesagt hast, so hat er auch recht gethan, daß er dich liebte. Du bist sein Kind; große Wohlthaten verdankst du ihm, bist ihm eine ewige Liebe und eine ungeheuchelte Achtung schuldig. Ohne Fehler ist kein Mensch und, wundere dich nicht, wenn ich welche entdecke, die dem Auge deiner kindlichen Liebe und deiner Eigenliebe verborgen blieben. Ach, wenn ich diese Liebe, diese Verehrung gegen den Vater in dir schwachen könnte; so möchte ich lieber schweigen, aber deinen Brudern, denen du zu zürnen scheinst, bin ich Gerechtigkeit schuldig. Vielleicht kann ich es auch verhindern, daß sich deine Abneigung gegen sie, die ich natürlich finde, nicht in Haß verwandelt.
Dein Vater tragt zunächst die Schuld, daß deine Brüder nicht so gut geworden sind, als du; daß sie ihn nicht so liebten und nicht so gehorsam waren als du; daß sie in seiner Abwesenheit Unrecht thaten, dich sogar tödten wollten, und an die Midianiter verkauften.

