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sie bitte und flehe ich! Ja, sagte sie mit leiser Stimme, mit zerknirschtem Herzen, in tiefer Nie­dergeschlagenheit und mit erblaßtem Gesicht, das muß ich gestehen und mehr will ich bekennen... Joseph siel ihr ins Wort und legte ihr Still­schweigen auf, dann aber sprach er: es ist Alles vergessen und vergeben! Ich habe es in meiner Jugend empfunden, wie grausam und abscheulich die Rache ist, wie unglücklich sie macht und will sie nicht üben. Geht ruhig nach eurer Wohnung zurück und fürchtet nicht, daß ich euch beleidigen werde. Erkennt es aber auch, daß ein Unrecht, was wir an Andern begehen, unausbleiblich seinen Richter findet. Nur bei der Tugend wohnt sich's ruhig und in Frieden; wer es mit dem Laster hält, der lebt mit sich und Andern stets im Kriege Potiphar und seine Gattin, von dem Edel- muth Josephs gerührt, wollten vor ihm zur Erde niedersinken und ihm danken, er aber gebot es ih­nen und sprach: vor Gott, dem Allmächtigen, soll

der Mensch nur, wenn er betet, niederknien und mit Seinesgleichen, keinen Götzendienst treiben. Der Dank, den ihr mir schuldig zu seyn glaubt, gebührt Gott allein; denn er ists, der mein Herz