144

psindsamen Gemüth, ohne unnatürliche Kalte uttd Abgestumpftheit, ist groß und er allein geht sicher auf dem Pfade der Tugend zu einem herrlichen Ziel.

Als das Herz Josephs so gegen seinen BrU- der iU Liebe eutbrannte, eilte er, zu ihrer Verwun­derung, da sie den Grund seiner Entfernung, die so plötzlich geschah, nicht deuten konnten, hinweg von ihnen, ging in seine Kammer und ließ nun den Thränen einer süßen Wehmuth, der Freude Und der entzückten Liebe freien Lauf.

Als er sein Angesicht gewaschen, sich wieder ruhig gesprochen hatte, kam er zurück und gebot, daß das Mahl angerichtet würde.

Nach der Landessitte und seiner Würde gemäß, war für Joseph besonders ein Tisch bereitet; die anwesenden Aegypter hatten ihre Tafel auch für sich; die Ebräer, ein Hirtenvolk, Josephs Brüder, mußten von ihnen abgesondert sitzen, da man es für eine Unchre hielt, gemeinschaftlich an derselben Tafel mit ihnen zu speisen.

Sie wurden dem Joseph gegenüber gesetzt, daß er ihnen ins Auge sehen konnte; aber, zu ih­rer größten Verwunderung, als sie es selbst bemerk-