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ihre Verwunderung erregen, daß der simgere Bru­der, eben so, wie im Vaterhause, ein Vorzugs­recht vor ihnen genoß. Wymit er's verdient hat­te, wie ein Herr unter ihnen behandelt zu werden, begriffen sie eben so wenig. Ihren Neid konnte dies nicht erregen, desto mehr aber beschäftigte es ihre Neugierde.

Bald stellt Joseph mit seinen Brudern eine zweite, noch härtere Probe an, als die erste war, und wenn nicht die natürliche Liebe, die sür Ben­jamin in ihm waltete, sein herrschendes Gefühl wäre, so müßten wir ihn ungerecht finden und ihn als ein feindliches Wesen bezeichnen, daS sich in abschreckender Schadenfreude an der Angst sei­ner Brüder weidet, die, da sie die Aeusserungen ihrer Kränkung unterdrücken müssen, die Rache fordert, bis zur Verzweiflung steigt. Aber nicht Benjamins wegen, ob er gleich der leidende'Theil des unser Gerechtigkeitsgefühl empörenden Auf­tritts ist, den Joseph mit der zärtlichsten Bru­derliebe umfaßt, dem er gewiß nicht das kleinste Leid zufügen konnte, seiner Brüder wegen wurde die Probe angestellt.