keineswegs redlich, und daß es ihm um die Wissenschaft kein rechter Ernst sei. Er beschloß also, seine kostbaren Arcanen lieber zu vernichten, als sie in die Hände des Fa- muluS kommen zu lassen.
Mit verstellter Freundlichkeit nahm er daher die Worte desselben auf und sagte: „Ich glaube Dir gern, mein Sohn! denn schon fühle ich meine Gesundheit wiederkehren; auch wäre es gar nicht so schlimm mit mir geworden, wenn ich nicht die Kräfte einer neu erfundenen Tinctur gegen das Zipperlein, an mir probirt hätte. Der Ertract ist aber zu scharf und zu diesem Zwecke untauglich, außerdem hat er aber eine andere gehcimnißvolle Kraft, die leicht zu dessen Verderben gereicht, der sie kennen lernt. Damit nun also für Niemand ein Unglück daraus erwachse, will ich ihn vernichten. Thue mir den Gefallen und nimm jene wohl verwahrte Flasche vom Gestell, geh damit hinaus auf die Brücke der Salzach und gieße den Inhalt der Phiole in'ö Wasser. Nur dadurch kann viel Unheil verhütet werden."
Als der Famulus diese Worte hörte, meinte er im Stillen: „ei! seht nur, wie schlau der Meister ist; er fühlt wohl, daß es mit ihm zu Ende geht, und will aus bloßem Neid keinem Andern sein kostbares Arcanum hinterlassen. Ich wär' ein großer Narr, wenn ich seinen Willen befolgte;

