einnahm, der hohe Gehalt, den ge ihm freiwillig zahlte, schienen dem Eigensüchtigen auf dem Spiele zu stehen, wenn er zu streng gegen den einzigen Sohn eines so rei­chen und vornehmen Hauses verfahre, oder die Gräfin mit den Untugenden seines Schülers bekannt mache. So kam es denn, daß Theobald, der mit viel natürlichem Verstände begabt war, obgleich er ungern lernte, sehr bald inne wurde, wie nachsichtig Herr Friedrici gegen ihn sei, und daß er ungestraft ihm den Gehorsam verweigern dürfe, ohne daß seine Mutier das Geringste davon erfahre. Er lernte nothdürftig ein wenig Französisch, weil sein Erzieher unausgesetzt in dieser Sprache mit ihm redete, fing ein wenig Musik und Zeichnen an, schrieb aber mit neun Jah­ren daS Deutsche nur höchst mangelhaft und hatte über­haupt zu keiner Wissenschaft den rechten Grund gelegt.

Dagegen brachte er einen großen Theil des TageS in dem Stall und bei dem Reitknecht zu, oder ging mit den Jägerburschen in den Wald. Es konnte nicht fehlen, daß er auf diese Weise viele schlechte Gewohnheiten annahm; eben so brachte der viele Umgang mit den Dicnstleuten seiner Mutter mit sich, daß seinem Willen in jeder Weise genügt und geschmeichelt wurde, und er sich dadurch immer mehr daran gewöhnte, denselben unbedingt durchzusetzen.

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