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Da es Theobald so leicht glückte, seine arglose Mutter zu täuschen, versuchte er eS auch gegen seinen Lehrer, und bald brachte er ohne die geringste Scheu die größten Un­wahrheiten vor. Eines Tages erzählte er seinem Lehrer, daß er zu seiner Mutter kommen solle, schlich sich aber statt dessen in den Stall und bestand mit gewohntem Eigensinn darauf, daß der Reitknecht ihn auf ein gesatteltes Pferd setze, woraus dieser eben selbst ausreiten wollte. Der Bursch mußte es am Zaum nehmen und einige Male auf dem kleinen Rasenplatze vor dem Stalle herumführe»; das machte Theobald große Freude. Freilich hatte er seiner Mutter, die seit dem Tode des Grafen eine fieberhafte Angst vor dem Reiten hatte, versprochen, nie ein Pferd zu besteigen, auch wenn er groß sein würde; aber Theobald war nicht der Knabe, der sich durch eine Zusage binden ließ, wenn er einen Wunsch aufgefaßt hatte. Den Vorstellungen'deS Reitknechtes, daß er gegen den ausdrücklichen Befehl der Gräfin handle, wenn er ihn auf's Pferd setze, begegnete er anfänglich durch Bitten, dann durch Drohungen und be­siegte dessen Bedenklichkeiten endlich damit, daß er ihm die Hälfte seines Taschengeldes gab. Aber nicht lange genügte es dem Knaben, langsamen Schrittes auf- und niederzu­reiten ; es fiel ihm plötzlich ein, daß er das Pferd selbst