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sie es dem angedrohten Tode entreißen. „Nein, liebe Mutter, das war nicht dein Ernst! Das arme Thier- chen hat Schutz bei uns gesucht — wie könnten wir es todten? O sieh doch, wie schön es ist! So weiß wie Schnee, und seine Füßchen — sieh nur, sind so schön roth wie mein Halstuch. Ach sieh, wie ihm noch das Herz schlägt! Es blickt mich mit seinen unschuldigen Aeuglein so flehentlich an, als wollte es sagen: Thue mir Nichts! — Nein, liebes Thierchen ich thue dir Nichts zu Leid. Du sollst dich nicht umsonst zu mir geflüchtet haben, du sollst es gut bei mir haben."
„Recht, liebes Kind," sagte die Mutter freundlich, „du hast meinen Sinn getroffen. Ich wollte dich nur prüfen. Bringe das Täubchen in die Stube und versorge es mit Futter. Die Unglücklichen, die ihre Zuflucht zu uns nehmen, dürfen wir nicht verstoßen. Wir müssen gegen alle Nothleidende mitleidig und auch gegen die Thiere barmherzig sein."
Die Mutter ließ ein kleines, artiges Taubenhaus, mit rothem Dache und grünen Gitterstäben, machen. Agnes stellte es in eine Ecke des Zimmers und wies es dem Täubchen zur Wohnung an. Sie gab ihm täglich

