2

chen weinte auch, aber nur so lange, als der Vater auf ihn losschlug! Hielt der Vater mit Schlagen ein, so hörte Häuschen gleich mit Weinen auf, und war zufrieden und guter Din­gt, wenn er auch manchmal tüchtig fasten muß­te denn der Vater hatte kein Geld für Brot, sondern nur für Bier und Branntwein. War­um Häuschen bei all diesem Jammer so zu­frieden war, das lag erstens darin, daß er ein herzensguter Junge war, mit einem ehrlichen Sinn und einem reinen Gewissen dann hatt' es aber noch eine andre Bewandtniß, und davon will ich jetzt erzählen.

Hänschens Vater war Dorfmusikant und spielte die Geige in den Schenken und auf dem Tanzplatz unter der Linde. Früher hatte er recht gut gespielt, so daß selbst der alte verstorbene Pfarrer ihm mit Vergnügen zugehört hatte, aber seit er sich das abscheuliche Saufen ange­wöhnt, siedelte und kratzte er so heillos, daß die Ratten und Mäuse davon liefen und Hunde und Katzen sich darüber ärgerten. Die Leute in den Schenken und auf dem Tanzplatze machten sich zwar nichts daraus, ob der Vater gut spielte oder siedelte und kratzte, denn es war ihnen blos