Als Hänschen nun mit seiner Violine vor dem Könige stand, fragte der König: „Und du willst meine Prinzessin wieder herstellen, daß sie nicht stirbt?"
Da sagte Hänschen: „Herr König! gewiß kann ich das nicht sagen; denn über Leben und Tod hat ein ganz Anderer, als wir Beide zu befehlen, auch hab' ich deine Prinzessin noch nicht gesehen — doch warum sie krank ist, weiß ich, und für ein solches Herz ist mein Mittel allemal gut, und wenn sie nicht leben bleibt, so soll sie wenigstens süß einschlafen und ohne Schmerzen sterben.
29
Da kamen dem Könige die Thränen in die Augen und er sagte: „Gut! ich will dich in ihr Zimmer führen lassen, versuche dein Heil! ich kann die Arme in ihrem jetzigen Zustande nicht sehen."
Darauf ließ er Hänschen in das Zimmer der Prinzessin führen. Hänschen hieß alle hinaus gehen, bis auf die Oberhosmeisterin und den alten Leibarzt — dann trat er an das Bettchen, wo die Prinzessin lag mit geschlossenen Augen und todtblaß im Gesichte — er sah sie lange an, setzte sich dann in einiger Entfernung

