Der dicke Jobst nämlich hatte den Raths, keller gepachtet — und bediente die edlen Magdeburger lange Zeit zu ihrer völligen Zufriedenheit. — Nach und nach aber mußten die Stammgäste mit Bedauern bemerken, daß der Wein anfing bedenklich nach Wasser zu schmek- ken. Sie sagten dies dem Schenken frei heraus dieser aber leugnete hartnäckig, und schwur hoch und theuer, daß ihm nimmer der Gedanke kommen wäre, seinen Wein zu taufen, und rief des Himmels Zorn auf seinen- Keller herab, wenn er löge.
Die Nacht darauf entstand ein fürchterliches Gepolter und Schmeißen im ganzen Hause, daß die Thüren aufsprangen und die Pfosten dröhnten. Aber am ärgsten rumorte es in, Weinkeller, als ob alle Dauben an den Fässern sprängen. — Endlich, mit Anbruch des Tages, ließ das Getöse nach, und alles ward ruhig. Als aber nun der Schenke Jobst voll Besorg- niß in den Keller lief, um nach seinen Fässern zu schauen, wär' er fast vor Schrecken auf der Stelle gestorben, über das, was seine Augen sahen: — alle Fäßer waren gesprungen, der Wein floß wie ein Meer im Keller und die zer-
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