ich möchte einmal nach Kirchheim reisen, es muß so schön dort seyn; sagte Mathilde. Gewiß; — versetzte Frau von Lilienhorst, auch mir wäre es hoher Genuß, die trauten Umgebungen wieder zu scheu, besonders die Ruhestätte des guten Pfarrers zu besuchen, allein immer hielt mich der Gedanke, in meinem theuern Pfarrhaus nur Fremde anzutreffen, von der Ausführung jenes Vorhabens ab. — Wo hält sich denn Mutter Kronenfeld auf? fragte Sidi. Sie erfreut sich eines glücklicben AlterS, erwiederte die Baronin, und lebt gepflegt von ihren Kindern und Enkeln bei ihrer Emma, die an einen reichen Kaufman in Frankfurt verheirathct ist, und an Luisen eine treue Gehülfin bei der Führung ihres großen Hauswesens bat. Eduard ist Laudgeistlicher, Fritz, ein geschickter Maler, macht gegenwärtig, wie mir ohnlängst meine Emma schrieb, eine Kunstrcise nach Italien, und Gustav befindet sich nun ein Jahr auf der Universität Heidelberg Ach wie würde ich mich freuen, könnte ich einmal ein Glied dieser theuern Fanfllie wieder sehen. Doch da ich vor der Hand keine Aussicht babc, so will ich wenigstens ihr Andenken dadurch feiern, daß ich euch, meine Lieben, ei» kleines Bild der in ihrem Kreise verlebten Zeit gebe, und weil besonders die Festtage des Jahrs in mehrfacher Beziehung anziehend und wichtig

