Simeon, ein frommer Greis, und Hanna die Priesterin, welcher, gleich wie jenem, die Gabe der Weisagung eigen war. Kaum gewahrte Si«- meon das göttliche Kind, als er es an sein Herz drückte und inbrünstig betete. «Herr!» rief er mit dem Ausdruck des höchsten Entzückens, «Herr nun läßest Du Deinen Diener in Frieden sterben, denn seine Augen haben deinen Sohn gesehen!-- dann fuhr er gegen Marien gewendet fort: ->O Weib, Großes hat Jehova an dir gethan, dessen bist du fröhlich; allein obgleich die Gesegnete un­ter den Weibern, bist du doch nicht vou großem Seelenschmerz frei, ja durch deinen Liebling wird er dir bereitet. Ach es wird ein schneidendes Schwert durch deine Seele dringen, möge dann der Allmächtige dich aufrecht erhalten in deinem großen Leide.» Auch Hanna sprach es unverho- len aus, daß dieser Ncngeborne der Messias sei, und rühmte laut vor den versammelten Jsraelitcn, welche große Thaten er einst verrichten würde.

Bei der zweiten Reise, welche Jesus nach Jerusalem machte, wurde er, im Vorgefühle sei­ner Bestimmung, besonders von dem Anblick des Tempels hingerissen; und wenn seine Gefährten die Pracht der Palläste und dcrgl. bewunderten, so zog es ihn nur ins Gotteshaus. Nachdem Jo­seph und Maria, so wie die Freunde, welche mit ihnen gereisct waren, ihre Geschäfte abgethan