Petrus folgte dem verehrten Lehrer von Ferne nach; indem er sich an einem Feuer, um das die Diener und Soldaten versammelt wa­ren, wärmen wollte, erblickte ihn eine Magd. Auf ihre Aeußerung: «Der hält es auch mit dem Galiläer;« läugnete aber der erschrockene Jünger, und sich schnell entfernend, achtete er nicht auf den Hahnenruf. Doch nirgends Ruhe findend, erreichte er nach einer Weile wieder den Dorhof des pricstcrlichen Pallastes, und aber­mals ängstigte ihn eine Dienerin durch die Fra- ge: «Du bist gewiß ein Freund und Schüler des Verhafteten?» Da läugnete Petrus zum zweitenmale, und als ein anderer der Anwesen­den versicherte: er habe ihn im Garten gesehen, während sein Kamerad hinzusetzte, «es verräth den Fremdling schon seine Aussprache;» bekräf­tigte der unglückliche Jünger mit einem Schwur die Aussage: er kenne Jesum nicht. In diesem Augenblicke krähte der Hahit, und in dem, sanft mahnenden Blick des Heilandes, der eben vorbei geführt wurde, erkannte Petrus die Größe sei­nes Vergehens. Zerknirscht eilte er hinweg, und in tiefer Einsamkeit flößen die bittersten Thrä­nen. Nachdem die Priester den edlen Dulder auf die niedrigste Art behandelt hatten, schickten sie ihn hart gefesselt zu Pontios Pilatus, dem römischen Landpfleger zu Jerusalem; ohne dessen