außer demselben gelagert, und man scherzte und plauderte bis die Weisung des Lehrers ertönte: »Auf, sucht nun Frau Sara's Ostergabe!» Für die kleinern Kinder hatte man nämlich die bun­ten, mit sinnigen Sprüchelchen verzierten Eier im Hain versteckt, uns größeren wurden sie auf ei­ner Schale gereicht. Das Ei, welches ich er­hielt, zeigte auf dunkelrothem Grunde in weißen Buchstaben die'Worte:

»Bewahre den kindlichen Sinn,

Er bringt Dir in Zukunft Gewinn.»

Zu manch' ernster und spaßbafter Deutung ga­ben noch die Reimen Veranlassung; als wir uns jedoch genug damit beschäftigt hatten, sorgten die Erwachsenen wieder auf andere Weise für un­sere Unterhaltung, und unter Spiel und Gesang, welches beides die Mitwirkung meiner guten Pfle­geeltern verschönerte, vergingen die Stunden pfeil­schnell. Keiner von den vielen Theilnehmern, störte das allgemeine Vergnügen; alle Kinder be­trugen sich so bescheiden, sittsam und verständig, daß ich wirklich selten in einen städtischen Zirkel solche Einigkeit und Zufriedenheit unter den Klei­nen wahrnahm.

Am Ostermontag war Jahrmarkt in Hci- ningen, einem uns nahegelegenen Städtchen. Die Gattin des dort angestellten Rentbeamtcn, Schwe­ster unserer Pfarrerin, hatte ihre Verwandten