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kreuzten den Horizont, und es währte nicht lange, so überfiel uns ein so heftiger Regcngutz, daß wir ganz durchnäßt in der Schenke eines Ortes anlangten, der ohngefähr eine Stunde von Nova» entfernt lag. Zum Glück fanden wir in einem reinlichen Zimmer Obdach, und in der Wirthin eine wackere Frau, die mütterlich für - unsere Bequemlichkeit und Erholung sorgte. Bald überzeugten wir unS jedoch, daß wir die naße Kleidung weder aubchalten, noch uns ihrer heilte mehr bedienen konnten, und wir befanden uns in keiner geringen Verlegenheit. Ich wüßte wohl Rath zu schaffen, hub Frau Liese schüchtern an, wenn nämlich die Jungfern sich nicht scheuen, demselben zu folgen. «Vor zwei Jahren,» sprach sie weiter, «ließ mir Gott das Unglück erleben, meine einzige Tochter auf erschreckliche Weise zu verlieren- Ich hatte Leinenzeug auf der Bleiche; das Mädchen die es begießen wollte, schöpfte Wasser aus dem Flusse, das Erdreich am Ufer wich, das Kind stürzte ins Wasser und ertrank.»
LauteS Schluchzen hemmte hier die Sprache der trauernden Mutter; nach einer Weile fuhr sie etwas gefaßter fort: «Die Kleider meiner Maria, die ohngefähr in gleicher Größe mit ihnen gewesen sein mag, bewahrte ich seitdem auf, und diese überlasse ich Ihnen mit Vergnügen

