II.
Wohlthun trägt Zinsen.
Ein Mährchcn von der Fee Roxana.
O^-ise flüsterten, vom Abcndwind bewegt, die Blatter der Erlen und Silberweiden am Ufer des Flusses, in dessen Schooße sich goldne Abcndwölkchen spiegelten. Friedlich sank der schönste Scm- mcrabevd herab auf die Fluren, mit melodischem Geläute zogen die Hcerdcn heim, und die Glocke des nahen Dörfchens tönte hell ihre fromme Mahnung zum Gebet in die stille Luft hinaus. Ein Nachen gleitete hin auf des Flusses kristallklarem Spiegel, drinnen saß der Fischer Re na rd, und Ku no, sein elfjähriger Sohn. Das Ruder ruhte, beide hatten das Haupt entblößt, beide die Hände gc- faltcn, beide beteten, bis die letzten Glockcnschläge versummten; Amen! sprach der Vater mit einem tiefen Seufzer, und seine kummervollen Blicke flogen hinauf zu dem Himmel, der dunkler nun erglühte, wahrend schon ein hcllerStern im Kranze purpurnerWol- kcn brannte. Langst harrte daheim die treue Anna, Renards Hausfrau, Kunos Mutter, mit ängstlicher Sorgfalt ihre kleine, schwer erkrankte Tochter Bert ha pflegend. Länger als je blieben

