einem kleinen Städtchen der sächsischen Hcrzcgthümer war Wochcnmarkt, und unter andern Marktleutcn öffnete auch die Frau Vielualienhändlerin Röder ihre Bude, ordnete ihre mannigfachen Waaren, hing die Waage mit den blankgescheucrten Schaa- lcn so auf, daß sie ihr recht zur Hand war, band die Linncnsäcke mit den Sämereien auf, und rollte sie, so weit sie leer waren, zurück, damit der Inhalt sichtbar werde, und Käufer anlocke.
Hinter sich stellte sie große Pappschachteln mit gedörrtem Obst; an die Querstange, die das Scgcltuchdach, welches sie vor der Sonne schirmte, hielt, wurden einige Rollen Tabak aufgehängt, nebst hänfenen Gurtbändcrn an Butten und Tragkörbe. Auch versäumte sie nicht, eine Kufe voll neuer holländischer Vollhäringe schräg neben ihre Bude aufzustellen, und nachdem sie diese nöthigen Anordnungen mit vieler Geschäftigkeit getroffen hatte, nahm sie ein Strickzeug zur Hand, setzte sich auf ihren hölzernen Schemel, und sah mit ruhig heiterm Gesicht in das Treiben auf dem Markt, der sich mehr und mehr mit Städtern und Landlcutcn belebte.
Bald traten denn auch viele derselben an ihre Bude, die ihre Hände, wie ihre Zunge in ununterbrochene Thätigkeit setzten.
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Das unverhoffte Wiedersehen.
Eine Erzählung.

