bat flehentlich, ihres Kindleins zu schonen, aber vergebens, die grausame That wurde vollzogen, und der Ritter stieß die Flehende mit den Füßen von sich, da wankte sie noch bis zu der Stelle, wo ihr Kind in der Mauer verschmachtete, fluchte dem Mörder, und starb vor Schmerz und Jammer. Wie nun die Feinde ka­men , und mit ihren Knappen die Burg stürmten, trat der Ritter auf den runden Thurm, verhöhnte sie, und forderte seine Knechte auf, sich tapfer zu wehren. Das geschah denn auch, aber wie der Kampf recht wild tobte, und der Ritter eben auch vom Thurme steigen wollte, siehe, da stand plötzlich das eingemauerte Kind in .seinem Hcmdchcn außerhalb der Mauer, und drohte mit der klei­nen Hand herauf nach seinem Mörder, und die Frau stand auch unten, und hob die Hände, wie zur Verwünschung, empor. Drei­mal drohte das Kind, und der Ritter wurde bleich und starr vor Schreck, taumelte zurück, trat unversehens auf ein Bret, das eine runde Oeffnung verschloß, es brach, und er stürtzte dreißig Ellen tief in das finstre Verließ, wo noch einige Gesangcnc schmach­teten; unten hatte der Thurm keine Thüre, und die Gefangenen

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wurden alle durch die Oeffnung an Stricken hcrabgclaffen. Der Ritter war noch nicht kod, er winselte noch; wie die Eingekerker­ten hörten, daß er es war, sielen sie über ihn her, und marterten ihn langsam zu Tode. Die Burg war mitlcrweile erobert, die Spießgesellen des Ritters wurden erschlagen, und die Gefangenen befreit, worauf man die Burg zerstörte.

Da, wo jetzt das neue Schloß steht, stand sonst ein an­dres altes Gebäude, das Kemnate genannt wurde, und mit