Und wie 91 n st c I mit feinen Lilien Uriels Blumenscepter be­rührte, da fielen die feuerfarbigen Blüthen ab, und der Stengel verdorrte, und ein sausender Windstoß kam, der schien Uriel von dannen zu tragen, denn plötzlich wurde er von keinem der Kinder mehr gesehen. Naher und naher zog das Gewitter, und jetzt fühl­ten sich die.Kinder auf einmal Alle todmüde und abgemattet, hungrig und durstig, so daß sie fast umsanken. 9ln a ol aber rief ihnen zu, zu folgen, und er führte sie hinein in die Stadt 9lrnstadt, und er klopfte an von Haus zu Haus, und bat um Erquickung und Nachtla­ger für die armen Verirrten. Gern und willig nahmen, wie die al­ten Kronikenbücher melden, die diese Sage uns aufbewahrten, die Bürgerin 9lrnstadt die müden Kinder aus, und labten sie mit Trank und Speise. Wie nun die freundlichen Wirthe mit Schrecken von den weinenden Kindern hörten, daß sie ihren Altern nicht einmal ge­sagt, wohin sie gegangen, uud daß sie nur blindlings einem Führer gefolgt, der sie mit Lust und Scherz verlockt in die unbekannte Ferne, und sie nun verlassen, da wurden eilend reitende Boten nach Erfurt gesendet, um jene zu trösten, und ihnen zu sagen, wo die Kinder sich befänden.

Wie das Gewitter über Erfurt heranzog, wie es sich entlud unter schrecklichen Blitzen und Donnern und Regengüssen, ach, da riefen tausend zärtliche Mütter nach ihren Söhnen und Töchtern, da durchliefen die Diener und Mägde ängstlich und klagend die Stra­ßen, da durchirrten suchende Boten den ganzen Steigerwald, verge­bens, keine Spur von den Kindern, nur die ungewisse Kunde, daß sie auf dem Wege nach Arnstadt zu gesehen worden wären. Zam-

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