Die herzliche Rene des kleinen Sünders milderte zwar den Zorn des strengen Vaters, doch blieb er, trotz aller Bitten, fest bei dem einmal ausgesprochenen Befehl: daß Konrad ihn zum Hofrath begleiten, und dort sich selbst anklagen solle. Zitternd und weinend betrat der Knabe den Garten, der ihm ehedem ein Paradies gedünkt hatte; bebend gestand er seine Schuld und flehte um Verzeihung.
Der Hofrath, ein freundlicher, liebreicher Mann, hob den Knienden auf, ermähnte ihn jedoch ernst und eindringend, in Zukunft auf der Bahn der Tugend und Rechtlichkeit zu wandeln. „Ich hoffe," so sprach er, „daß dies deine letzte unrechtmäßige Handlung seyn werde und in der Voraussetzung, so wie aus Rücksicht auf deinen wackern Vater, sichere ich dir für jetzt Verzeihung zu — bleibe deinen Versprechungen treu, folge den Lehren deiner Eltern, dann wirst du auch das Wohlwollen, welches ich für sie hege, mit ihnen theilen."
Leichten Herzens verließ Konrad den verhangnkß- vollen Ort und nie mehr befriedigte er seine Neigung auf Kosten der Ehrlichkeit.
*
27

