willig den süßen Most mit den kleinen Händen hineinpreßt? — Seid ihr denn nicht noch frei von Sorgen und Schuld wie die Vöglein unter dem Himmel, die nicht ernten und nicht in die Scheuern sammeln, und mit euch doch von einer Traube zehren? —
Ihr drückt euch still bewegt die Hände und ahnet, daß der Vater Recht hat. Aber ihr verlangt nun auch, er soll euch die Kinder auf dem Bilde nennen, und etwas Näheres von ihnen erzählen.
Wohlan denn! Der Knabe mit den Flügeln, der dort oben in dem Fruchtkorbe sich so gemüthlich füttern läßt, heißt Amor, und das niedliche geflügelte Mädchen neben ihm, mit dem Vergiß- meinnichtkranze in den Haaren, ist seine Schwester Psyche. — Sie wohnen beide euch gar nahe; sie werden von ihrem Vater auch sorgsam mit einander auferzogen, und werden reich emd selig seyn, so lange sie sich nicht verlassen. Aber der Knabe ist gar leichtsinnig, und vergißt vielleicht gar bald die zarte Liebe und Pflege der Schwester, und ob sie ihm dann auch das Köstlichste beut, er fliegt ihr dennoch wohl davon; dann wird sie weinen und sich grämen, und einen langen, langen Tag vergeblich auf ihn warten, und erst spät, wenn die Nacht einbricht, wie ein Nachtschmctterling, auch

