Hoffnungsfädkn. 55
Hoffnungsfäden.
Was ich einsam hier beginne In dem Kämmerlcin?....
Seht nur, Schwestern, seht, ich spinne Fädchen, zart und sein!
Wie mit unsichtbaren Händen Treibt's mich hin zum Fleiß,
Und die Arbeit will nicht enden In der Stunden Kreis.
Und das Fädchen, zart gesponnen, Schlingt so wonniglich,
Gülden, wie das Licht der Sonnen, Um die Spindel sich!
Fein, zu fein scheint das Gewebe, Und ich hindr' es nicht,
Daß, wie ich auch widerstrebe, — Oft das Fädchen bricht.
Doch da bin ich unverdrossen,
Knüpfe wieder an,
Eh' die schöne Zeit verflossen.
Wo ich spinnen kann.

