120 3»m Lrautabrnd.
Hold wie der Unschuld zarte Wange,
Auf dcr> der Liebe Purpur lacht.
Es sendet mich aus ferner Weite Die Freundin in dem Heimathland,
Daß ich als Schutzgcist Euch geleite Und niit Euch walle, Hand in Hand!
Sie sagte mir, Ihr liebtet Beide Die Blumen meiner stillen Flur,
Und Eures Herzens schönste Freude Sei treue Lieb' und die Natur.
Das Schöne, sprach sie, sei Euch theuer, Ihr pflegtet es mit reinern Sinn,
Mit heiliger Bcgcist'ruug Feuer,
Zu Eurer Tage Hcchzcwin»!
Drum nah' ich Euch mit Schwcstcrtriebc Und reiche traut Euch jetzt die Hand:
Es ist die Kunst, es ist die Liebe Mit meiner Hcimath Glück verwandt.
O, nehmt den Kranz, den ich gewunden. Und schmückt damit den stillen Herd, — Es werde jede Eurer Stunden Von meinem Segenswunsch verklärt!
Wo Liebe wohnt bei edlem Streben, Vereint mit Scclcnbarmcme,
Da schmückt zum Tcnipcl sich das Leben In ewig junger Poesie!

