SchwtöcrUidk. 153

Bald scheint'-, als ob nur sic dir Strahlen streue,

Die fröhlich leuchten auf dem Blumenbeet:

Doch will sie nicht den liefen Kelch erschließen,

Wie ftcundlich auch die Blumen alle grüßen.

Der Schmetterling verläßt mir raschen Flügeln Den Rosenstrauch und eilt begierig fort,

Sich in der Blume feuchtem Glanz zu spiegeln.

Und schmeichelt ihr mit süßem Licbcswort;

Doch sie mag nicht der Blätter Pracht entriegeln,

Sie spart den Glanz für einen liebern Ort;

Es bleibt der Kelch, von Duft und Licht gewoben.

Der theuren Schwester treulich aufgehoben.

O holde Treue, ähnlich dieser Blüthe An hohem Glanz, an zarter Lieblichkeit!

Was auch das Leben Reizendes Dir biete,

Du harrst, wie sie, auf eine schön're Zeit,

Wo ganz und ewig Seele und Geniüthc Sich dem geliebten Einen Wesen tveiht!

Ihm sammelst Du der Liebe goldne Strahlen,

Die süße Schuld mit einem Blick zu zahle»!

Schon sind auf immer prächtigern Terrassen Die Wanderer znr stolzen Burg gelangt.

Tief lag der Pfad mit scincir Felscnmassc»,

Auf dem zuvor der matte Fuß gewankt.

Mit ihn» schien die Erinn'rung zu erblassen An jedes Bild, vor dem das Herz gebangt;

Bald hätten sic die vorigen Gestalten Für einen Traum der Phantasie gehalten!