Mit Purpurdcckc» lieblich angethan;

Schon ziehet ruhig durch des Himmels Bläue Der stille Mond, ein silberheller Schwan.

Und freundlich kleidet sich die Flur aufs Neue Mit milderm Glanz und sanfter» Farben an, Um bei der Sonne letzten Schcidcblickcn Hinsterbend noch den Wandrer zu entzücken!

Da wandert durch des Thales milde Schatten Der ftohc Zug; des Thaues Tropfen stehn Gleich Perlcnreihcn auf den Blumenmatten, Und weiche Nebel ziehen um die Höh'n;

154 Schwesterliebe.

Und um noch schneller diesen zu verdrängen, Erschien auf einmal jetzt die muntre Schaar Der Freunde aus den nahen Laubengängen,

Die auf der Burg zurückgeblieben war.

Und als sich Fragen nun auf Fragen drängen, Wird die Geschichte Allen offenbar.

Und Jeder höret aus der Freunde Munde Mit leisem Grau'» die wunderbare Kunde.

Und wie sich auch geheinic Zweifel regen.

So sehen sie mit ungcduld'gcm Sinn,

Doch alle still der Abendzeit entgegen.

Um zu dem Quell vereint hinaus zu ziehen.

Schon fängt des Tages Gluth sich an zu legen, Schon duftet Nachtviolc und Jasmin,

Und alle Kelche, die der Tag erschlossen,

Sie stehn erquickt, vom Abcndlicht nmfloffen.

Und röthlich prangt der Berge stolze Reihe,