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„3n der Art und Weise, seine Gedanken auszudrücken, liegt gar viel Bezeichendes, man erkennt daran den Grad innerer Bildung, Vernachlässigung, Mangel an Geschmack, und nicht selten Grundzüge des ganzen Wesens. Immer ist mir weh' ums Herz geworden, so oft ich mit Personen zusammengetroffen bin, welche sich in blumenreicher Weise ausdrücken, und doch liegt wiederum in dem, ich möchte sagen, unbewußten Vermeiden unfeiner oder anstößiger Worte etwas unendlich Wohlthuendes. So seltsam das klingen mag, es giebt durchaus richtig bezeichende, äuge- nehme Ausdrücke, welche sich nicht für Jeden schicken. Wie nicht jede Farbe Alle gleich gut kleidet, so auch giebt es Worte, welche sich nicht in jedem Vortrage wohl aus- uehmen. Dazu rechne ich für mich das Wort lieblich; es klingt ganz fremdartig in meinem Munde und paßt nicht zu mir, und doch, wie sehr schätze ich den Begriff! Du denkst nun sicherlich, das ist nicht der Grenadier, der zu mir spricht, das ist der Lehrer. Hinweisen möchte ich Dich immer auf Alles, was der Beachtung werth ist; man muß sich früh ans Umschauen und Aufmerken gewöhnen, wenn man in rechter Weise fort will in der Welt. —
Tag-ruch. 12

