124

Es sei!" dröhnte es wieder;zuerst aber mußt Du mir ein Verlangen erfüllen, ich habe Dir bereits zwölfmal gedient, Du weißt es."

Das hatte ich vergessen," sagte die Prinzessin verdrießlich. Was verlangst Du von mir?"

Die Stimme lachte, und das klang wie ein Donnerschlag. Vergessen hast Du's? Nun, um Dich freien ja so Viele; ich will es auch thun, verlobe Dich mir zur Braut, damit Du mich in Zukunft nicht mehr vergissest. Willst Du, so schlag' ein, und morgen schick' ich Dir Sturm!"

Tigrania lachte auch; sich dem Wind verloben, das konnte sie wohl thun, dieser Bräutigam würde ihr nicht viel zur Last fallen.Ja," sagte sie und streckte ihre kleine Hand aus, schrie aber laut auf, als dieselbe gewaltsam gepackt und herum - gewirbelt wurde.

Gleich darauf war wieder Alles still ringsum, und Ti­grania stieg hinab.

Am nächsten Tage war wunderschönes Wetter, kein Lüft­chen regte sich, die Windmühle stand völlig still, und der alte König nebst seiner ganzen Hofhaltung rieb sich vergnügt die Hände, denn sie dachten: Heute oder nie werden wir unsere Prinzessin los, heute kann das Wetter nicht umschlagen.

Vom frühen Morgen an wurden auf dem freien Platze zwischen dem Schlosse und der Windmühle festliche Zurüstungen gemacht, und kurz vor Mittag nahmen der König und die prachtvoll geschmückte Tigrania Platz auf den für sie bereiteten Thronsesseln. Bald darauf erschien der frenide Prinz, von