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2f)Stor, gebraucht hat, vor so reine» und schonen Augen ausbreiten darf...?"
„Ich verspreche Ihnen, Magnificenz," sagte Thea erröthend, daß ich nicht die Worte und ihre Bedeutung, sondern nur die Züge der Schrift betrachten will."
„Sei es denn," rief mit Feierlichkeit der kleine Mann, und legte Thea die beiden Zettel vor. Sie sah dieselben scharf an.
„Auf den ersten Blick konnte man durch die Aehnlichkeit getäuscht werden," rief sie; „aber der zweite Blick wird zweifelhaft machen, der dritte und vierte von der völligen Verschiedenheit überzeugen."
„Ei, ei, mein schönes Kind, wie meinen Sie das?"
Thea hatte Fritzens Heft aufgeschlagen, und deutete, mit den Fin gern zeigend, ihre Worte weiter aus. „Magnificenz sehen hier, wie Fritz
am Ende jedes Wortes einen kleine» schwunghaften Strich in die Luft macht, und lvie dieses charakteristische Abzeichen in der Schmähschrift völlig fehlt."
„Das ist wahr; aber man kann so etwas unterdrücken..."
„Noch mehr," fuhr Thea fort, „Fritz hat die Gewohnheit — sein ganzes Heft beweist es — die Punkte auf den i'S, die Striche über den us stets etwas m»hr nach der rechten Seite zu machen, als es sein müßte, — in der Schmähschrift sind alle Zeichen regelrecht über -den Buchstaben."
Der obrigkeitliche Blau» hatte seine Brille aufgesetzt, und folgte den Demonstrationen seiner jungen Aspasia mit eifriger Entdeckungslust. „Zn der That," sagte er endlich, „Ihre Behauptungen sind nicht zu verwerfen, sie zeugen wenigstens von feiner Beobachtung und ausgezeichnet scharfen Augen."
„Deren kann ich mich eben nicht rühmen," entgegnete Thea, „doch man hat mich gewöhnt, auf solche Kleinigkeiten zu achten."

