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Die Helferin.
Ein unerquicklicher Tag, an welchem Winter und Frühling einen ihrer langathmigen Kämpfe ausführten, lag über der Hauptstadt. Der Winter wollte feine bewährten, festgegründeten Despotenrechte nicht ausgeben, und dennoch konnte er die Waffen des junge», kecken Eindringlings nicht zerknicken, wie sehr er sei» ganzes Arsenal gegen ihn ausleerte. Ströme, Regenschauer, ja Schneegestöber toseten durch die Luft, Schmutz und Wasser überschwemmten die Straßen, doch in den Zwischenräumen blickte hier und da eine frische, lichte Bläue durch die Wolken, die Sonne scheute sich nicht, ihr Bild in das wilde Geriesel zu strahlen und eine Ahnung des Sieges in den wüsten Aufruhr zu werfen.
Ein stattliches Haus in einer der Hauptstraßen stand kühn, mit selbstgefälliger Haltung inmitten dieser Launen der Wolken und Winde da, eS bot sorglos seine breiten Massen den feindlichen Gewalten bar; seine großen, zahlreichen Fenster trugen zwischen ihren doppelten Scheiben Hyazinthen, Tuberosen und Tulpen, die reichen Vorhänge wallten majestätisch nieder, von keinem Windzuge berührt, und wenn Abends eine volle Erleuchtung sie durchschimmerte, so hatten sie ganz den einladenden,
