Ein Lehre«'.

(Erstes Kapitel.

Das fremde Kind.

In einem von den vielen Dörfchen im deutschen Lande, die Hagen heißen, liegt ein kleines Haus, von der Reihe der übrigen wie in Ver­schämtheit zurückgezogen, von den Obstbäumen seines Gärtchens fast ver­deckt! dort wohnte eine ehrsame Jungfrau, die Nätherin Magdalene Far­thinger: gebrechlich von Körper und etwas schwach auf den Füßen, hatte sie für Feld- und Gartenarbeit wenig Gaben, doch ihre Hände waren geschickt und rührig; sie konnte sowohl im Weißnähen, als in der Verfertigung der Jacken und Mützen für die Bäuerinnen und deren Kin­der mit mancher Andern es aufnehmen, die in der Stadt gelernt hatte, so daß sie sich ganz gut durchbrachte, obwohl sie weiter kein Land besaß, und ihr Häuschen verschuldet war. Freilich, konnte sie einmal längere Zeit nicht arbeiten, so kam sie in Noth; aber die Noth war noch nie zu groß geworden.

An einem Sonnabend Abend, im Beginn des Herbstes, saß sie in ihrem Stübchen, hatte in dem alterthümlichen Ofen ein wenig Feuer

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