nicht übel „gerüffelt," weil sie eö nicht gleich herausgekriegt, daß der Schneiderlene ihr Konrad ein Schulmeister werden müsse! Und Jeder gab dem Superintendenten Recht; denn das war doch sonnenklar, daß in dem Konrad ein Lehrer stecke! „Und wozu Einer das Zeug und die Lust hat, daS muß er werden!" Die kühnen Kritiker bedachten nicht, daß ihnen diese Sonnenklarheit auch nicht aufgegangen war, und daß keiner von ihnen einen Finger geregt haben würde, um dem Begabten zu seiner vorher bestimmten Stellung zu verhelfen.
Konrad hörte von diesen Gerüchten wenig; aber daß etwas daran sein mußte, merkte er bald; denn die beiden seinetwegen Gekränkten zeigten ihm ganz andere Gesichter, als früher, solche, die ihm sehr schlecht gefielen. Der Pfarrer fragte ihn wenig, und ließ ihn, der sonst immer die langen Antworten und die schwersten Sprüche sagen mußte, ganz in die Dunkelheit der Schwachen an Geist zurücksinken. Der Schul- nieister machte es noch viel ärger und sichtbarer, Konrad konnte ihm nichts mehr recht mache», immer wurde er getadelt und angefahren, und ihm hochnäsiges Wesen und Lumpenstolz vorgeworfen."
So ging eS bis zur Einsegnung fort; Konrad hatte gehofft, daS Glaubensbekenntniß herzusagen, doch davon war keine Rede, auch der Spruch, den er bekam, war nur ein ganz kleiner: Konrad Weise, halte fest an der Demuth, weiter nichts; — so daß der Eingesegnete, wie rührend und feierlich ihm auch dieser Tag war, doch mit Bangigkeit auf die Zukunft hinsah; denn nun kam er wohl aus der Schule, doch auch in die Schule. Nun sollte er bis zu seinem Eintritt ins Seminar noch allerlei lernen, was er da schon wissen und kennen mußte, und zwar eben bei den beiden ungnädigen Herren, dem Pastor und Schulmeister, bei dem letzten Rechnen, Schönschreiben, Orthographie, und vor Allem Musik; was bei dem Herrn Pastor, das wußte er selbst nicht recht.
Daß Konrads Furcht vor diesen Stunden eine richtige Ahnung ge-
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