Adjutantinnen zu eriverben, welche von Dir geleitet, Deiire Wünsche ausführen, für Dich arbeiten, Dick Pflegen und Dein Lebe» versüßen werden."
„Glaube nicht, bester Wilhelm," hauchte sie leise und flehend hervor, „daß ich auS Selbstsucht oder Verzärtelung eine Bequemlichkeit oder Erleichterung suche — weiß Gott, wie fern ich davon bin —" sie trocknete ihre überströmenden Augen — „doch meine armen Kinder, die verwaisen und verwildern, Du, dem jede Erleichterung und behagliche Empfindung der Häuslichkeit fehlt..."
„Warum," unterbrach er unwillig, „immer einige Motive übertreiben und inS grellste Licht stellen, und die andern, eben so dringenden abläugne»? Kann das Selbstsucht genannt werden, in Krankheit unk Niedergeschlagenheit nach einer Pflegerin verlangen? Im Gegentheil, es ist Nothwendigkeit und Pflicht! Anstatt solche schiefe Ansichten auSzu- kramen, lies lieber die Briefe, die ich Dir mitgebracht."
„Wenn Du meine Krankheit denn zuziehst," entgegnete Marianne in gereiztem Tone, „so zeige auch die anerkennende Schonung, die ich wohl erwarten könnte, und fordere nicht, daß ich jetzt in meiner Schwäche und Aufregung, mit verschleierten Augen, diese langen Briefe lese!"
Eonring wollte auffahre», doch er nahm sich zusammen. „Wann habe ich mich geweigert, Referent und Dollmetscher imd was Du sonst willst, zu sein? Man kann aber so etwaS in paffender Form verlangen ... Nun die Sache ist diese: Im ersten Briefe — • er ist von der Geheim räthin Bruns, — erwidert diese würdige Matrone auf meine Anfrage, daß sie ei» junges Mädchen genau kenne, vollkommen für die Stellung paffend, die wir erfüllt sehen möchten. Jda Mellow, etwa neunzehn Jahre alt, hat schon früh ihren Vater, einen ausgezeichneten akademischen Lehrer verloren, und sich als die Aelteste einer zahlreichen Geschwister- schaar, im Kindesalter schon als eine wackere Gehülfin ihrer verwittweten
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